Anschlussfuge Montape

Dämmung

06. May 2020 | Teilen auf:

Anschlussfugen: Gleitender Übergang

Anschlüsse von Trockenbauwänden an massive Bauteile werden oft beanstandet. So gestalten Sie sichere Anschlussfugen mit vorgefertigten Trennstreifen.

Die Anschlussfuge zwischen Montagewand und angrenzenden Bauteilen wie massive Wand oder Decken ist für Trockenbauer eine Herausforderung. Der Grund ist die hier in der Regel zu erwartende Bewegung der Bauteile: Zum einen kommt diese Bewegung aus der unterschiedlichen Materialität: Gipskarton- oder Gipsfaserplatten reagieren auf Temperatur- und Luftfeuchteschwankungen stärker als die massiven Bauteile. Zum zweiten sind es die unterschiedlichen Bewegungsrichtungen: Da temperaturbedingtes Ausdehnen und Schwinden am stärksten in Längsrichtung der Wände stattfindet, sind die Spannungen am Übergang am größten. Und schließlich müssen Sie bei Decken und Wänden immer Bewegungen aus der möglichen Durchbiegung (Decke) und der möglichen Setzung (Wände) einkalkulieren. Wie die Bewegung auch immer zustande kommt, das Ergebnis ist oft das gleiche: Die oft dauerelastische Anschlussfuge zwischen den Bauteilen reißt, da der Dichtstoff entweder an seine Grenzen kommt (zwischen 1 und 2 Millimeter Dehnung ist rissfrei möglich) oder fehlerhaft eingebracht wurde (keine Zweiflankenhaftung!).

Planen Sie den Riss gleich mit ein

Eine Möglichkeit, Beanstandungen der Kunden in solchen Fällen zu vermeiden, ist es, einen kontrollierten Riss vorzusehen. Dazu spachteln Sie den Anschluss komplett an und verhindern den Kontakt zwischen Fugenspachtel und massiver Wand aber dauerhaft. Das funktioniert entweder mit einem Trennschnitt, was aber eine aufwändige und handwerklich anspruchsvolle Lösung ist, soll der geplante Riss tatsächlich nur haarbreit sein. Oder Sie bekleben die UW- respektive Wandanschlussprofile vor der Montage mit einem entsprechenden Trennstreifen. Da die angespachtelte Fugenmasse und der Putz keine starre Verbindung eingehen, kann hier auch nichts reißen. Die Bewegungen zwischen den Bauteilen findet gleitend statt. Der nach dem Spachteln noch herauslugende Trennstreifen wird sauber mit dem Cutter abgeschnitten.

Kombinationsprodukte sparen einen Arbeitsschritt

Das Aufbringen des Trennstreifens auf die umlaufenden Profile bedeutet für den Trockenbauer einen weiteren Arbeitsschritt, der neben dem Kleben des sowieso nötigen Dichtungsbandes Zeit kostet. Relativ neu auf dem Markt sind deshalb Kombinationsprodukte, bei denen das Dichtungsband und der Trennstreifen zu einem einzigen Klebeband zusammen gefasst sind. Diese Bänder (in unserem Beispiel „ Montape “) bekommen Sie in den üblichen Breiten von 30 mm für UD-Profile sowie in 50, 70 und 90 mm für die unterschiedlich breiten UW-Profile. Die beidseitig integrierten Trennstreifen sind jeweils 50 mm breit, so dass auch doppelt und dreifach beplankte Wände noch sauber angespachtelt werden können. Um die Fugenmasse stabil anarbeiten zu können, empfiehlt der Hersteller eine Fugenbreite von 3-5 mm zwischen Plattenkanten und Massivwand oder Decke. Was nach dem Spachteln und Schleifen bleibt, ist eine haarfeine, kaum sichtbare Fuge. Dieser sogenannte starre Anschluss mit Trennstreifen wird übrigens von einigen Gipsplattenherstellern auch dann empfohlen, wenn es beispielsweise bei einer Trennwand um erhöhte Schallschutzanforderungen geht. Die Ausbreitung des Luftschalls wird durch einen starren Anschluss besser minimiert als durch einen dauerelastischen.

Autor
Ulrich Wolf
Redaktion ausbaupraxis.de

zuletzt editiert am 12.04.2022