Ein Handwerker installiert eine Keilplatte an einer Decke in einem Innenraum
Vorgefertigte Dämmkeile und andere Ergänzungsprodukte erleichtern die Verarbeitung von Blähglas im Innenausbau. (Quelle: Verotec)

Platten 2026-06-09T14:20:18.427Z Mit recyceltem Glas Schimmel verhindern

Immer häufiger kommen Platten aus leichtporigem Blähglas im Innenausbau zum Einsatz. Neben ihrem geringen Gewicht, der einfachen Verarbeitung und dem nachhaltigen Material spielt dabei vor allem eine Eigenschaft eine Rolle: Sie zeigen sich besonders robust, wo es raumklimatisch schwierig wird.

Blähglas fungiert als Feuchtepuffer

Blähglas ist ein alkalischer Baustoff und bietet Schimmelpilzen damit keinen Nährboden. Die Gefahr, dass sich Schimmel bildet, ist in Bädern und Küchen besonders hoch. Aber auch Schlafzimmer bergen ein hohes Risiko: Bis zu zwei Liter Feuchtigkeit gibt ein Erwachsener in der Nacht über Schwitzen und Atmen ab. Kann die Raumluft diese Menge nicht mehr aufnehmen, kondensiert sie leicht an kalten Wandoberflächen. Es entsteht ein idealer Nährboden für Schimmelsporen. Um Schimmel zu verhindern, muss also Feuchtigkeit aus der Luft zuverlässig gebunden und die Oberflächen der Innenwände schnell erwärmt werden. Alkalische (basische) und leichtporige Baustoffe verstärken diesen Effekt.

Darum hilft Blähglas, Schimmelbildung vorzubeugen:

Hoher pH-Wert (Alkalität): Blähglas-Platten weisen einen pH-Wert von über 8 auf. In diesem alkalischen (basischen) Umfeld können Schimmelpilze kaum gedeihen.

Effektive Feuchtepufferung: Die leichtporige Struktur der Platten fungiert als Feuchtepuffer, der Feuchtigkeit aus der Raumluft zuverlässig bindet. Dies verhindert, dass Luftfeuchtigkeit an den Wänden kondensiert.

Schnelle Erwärmung der Oberfläche: Blähglas-Platten nehmen Wärme sehr schnell auf, wodurch die Wandoberflächen deutlich wärmer bleiben. Dies reduziert die Gefahr von Kondensation an kalten Wänden.

Blähglas-Platten lassen sich einfach verarbeiten

Die leichten Blähglas-Platten sind robust und einfach mit dem Cutter zuzuschneiden. Sie werden direkt auf massive Wände verklebt und anschließend ohne Vorbehandlung direkt verputzt oder glatt gespachtelt. Dafür bieten Hersteller entsprechende Systemprodukte an. Beim Plattenwerkstoff „Veroboard“ ((verlinken: https://www.veroboard.de/)) ist das beispielsweise ein Kombi-Mörtel, der zum Kleben, Armieren und als Oberputz dient. Sollen Flächen besonders glatt werden (Oberflächenqualität Q4) ((verlinken auf: https://www.ausbaupraxis.de/innenputz-die-qualitaet-der-oberflaeche-entscheidet-17112021)), können hierfür passende Spachtel auf Silikatbasis zum Einsatz kommen.

Fragen und Antworten zu Blähglas im Innenausbau:

Kann ich Blähglas-Platten auch auf einer Trockenbauunterkonstruktion befestigen – und z.B. mit Einblasdämmung kombinieren?

Blähglasplatten eignen sich gut für den trockenen Innenausbau – und sind besonders im Holzbau beliebt: die Montage erfolgt hier direkt auf einer Holzunterkonstruktion .

Der Zwischenraum lässt sich bei Bedarf dämmen. An innenliegenden Außenwänden kommen die Platten ohne Unterkonstruktion direkt geklebt auf die Wand.

Sind Blähglas-Platten geeignet, um sie mit Fliesen oder Naturstein zu beschichten?

Ja. Neben Putz und Glättspachtel sind ebenso Keramik und Naturstein direkt applizierbar.

Eignen sich Blähglasplatten auch im Außenbereich?

Aufgrund ihrer Robustheit und Witterungsbeständigkeit ist der Einsatz als Dachuntersicht, Carport- oder Terrassen-verkleidung oder auch in vorgehängten, hinterlüfteten Fassadensystemen problemlos möglich.

Warum gilt Blähglas als nachhaltiger Baustoff?

Blähglas besteht aus recyceltem und aufbereitetem Altglas, das zu leichten Kügelchen aufgepoppt wird.

zuletzt editiert am 09. Juni 2026
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