Klick-Vinyl verlegen Keyvisual

Klick-Klick-Klick-Vinyl verlegen

Die handlichen Dielenformate haben sich auch bei den elastischen Bodenbelägen wie dem Vinylboden durchgesetzt. Sie sind einfacher zu verlegen und für Sie als Profi natürlich auch einfacher zu transportieren als die lange üblichen 3- oder 4-m-Rollen. Bei der Verlegetechnik haben sich mittlerweile mehrere Varianten etabliert, die alle Eventualitäten auf der Baustelle abdecken können.

1. Vinylboden verlegen auf HDF-Träger

Der mehrschichtige Aufbau der Klickdiele sorgt für eine hohe Stabilität. Die PVC-Nutzschicht des Klick-Vinyls wird oft noch mit einer hauchdünnen, hochbelastbaren PUR-Schicht überzogen. (Bild: Parador)Wie die meisten Bodenbeläge hat es auch das Vinyl geschafft, sich auf eine Trägerplatte aus hochdichter Faserplatte zu schmiegen. Das Ergebnis: Klick-Vinyl. Wie beim Mehrschichtparkett, Laminat oder Korkboden sorgt die Trägerschicht für eine gute Stabilität, die Klickverbindung der einzelnen Dielen findet über die profilierten Kanten statt. Die HDF-Platte erhöht auf harten und kalten Unterböden den sowieso schon guten Gehkomfort der Vinylschicht noch einmal etwas. Eine Trittschalldämmung und eine Dampfbremse sind unter den Dielen Pflicht. Die HDF-Vinyl-Variante hat zwei Nachteile: Zum einen ist ihre Schichtdicke mit mindestens 8-10 mm relativ groß, zum anderen können die feuchteempfindlichen Faserplatten natürlich nicht im Bad verlegt werden. Der große Vorteil ist, dass die Dielen zerstörungsfrei wieder aufgenommen und bei einem Wohnungswechsel mitgenommen werden können.
 
 

2. Massives Klick-Vinyl

Das massive Klick-Vinyl ist die einfachste Art, einen Vinylboden zu verlegen. Es handelt sich um bis zu 5 mm starke Vinyl-Planken, die in der Regel schwimmend verlegt oder manchmal auch vollflächig verklebt werden. Die Kantenprofilierungen für die Dielenverbindungen funktionieren auch bei dieser geringen Stärke, weil das Vinyl im Gegensatz zu HDF- oder Vollholzschicht nicht brechen und ausreißen kann. Das Verbindungsprinzip der Dielen ist mit dem beim Laminat vergleichbar, auch hier werden die Dielen zunächst schräg an die vorherigen angesetzt und dann nach unten geklappt. Schwimmend verlegtes Klick-Vinyl ist wie die HDF-Variante auch jederzeit ohne großen Aufwand zu entfernen. Eine zusätzliche Trittschalldämmung ist hier nicht nötig, da das Klick-Vinyl selbst durch seine weiche Struktur diese Aufgabe übernimmt.
 
Für die geklebten Vinylböden finden sich Vinyl-Planken ohne Profilierung, die einfach nur aneinander geschoben und geklebt werden. Da ein Vinylboden ein thermoplastischer Werkstoff ist, passt er sich im Laufe der Zeit jeder kleinen Unebenheit im Boden an. Voraussetzung für ein gutes Endergebnis ist also zunächst eine perfekte Spachtelung des Estrichs mit einer Nivelliermasse. Für Vinylböden oder Klick-Vinyl bekommen Sie spezielle Kleber, die eine fehlerfreie Klebung ermöglichen. Zu empfehlen sind Nassbettklebstoffe auf Dispersionsbasis, die mit dem Zahnspachtel aufgezogen werden. Um die Klebefähigkeit zu erhalten, sollte nicht mehr Kleber als für drei bis vier Plankenreihen nötig aufgetragen werden. Die Ablüftzeit des Klebers ist dabei zwingend einzuhalten. Die Planken werden nach dem Einlegen zunächst angerieben, nach etwa 40 Minuten dann mit einer Mehrgliederwalze mit mindestens 50 kg Gewicht angewalzt. Soll der Vinylboden in einem Bad verlegt werden, muss er unbedingt vollflächig geklebt werden. Damit kein Wasser unter den Belag läuft, ist auch eine umlaufende Abdichtung zwischen Boden und Wänden erforderlich. Geklebtes Klick-Vinyl ist in Badezimmern eine gute Alternative zu den sonst üblichen Fliesen, da es weich, fußwarm und rutschhemmend ist.

Vor der vollflächigen Verklebung des Vinylbodens muss der Unterboden gespachtelt werden. Spachtelmasse und Vinylkleber sollten von einem Hersteller stammen. (Bild: Ardex)

Vor der vollflächigen Verklebung des Vinylbodens muss der Unterboden gespachtelt werden. Spachtelmasse und Vinylkleber sollten von einem Hersteller stammen. (Bild: Ardex)

Es ist so viel Kleber aufzuziehen, dass drei bis vier Plankenreihen geklebt werden können. Die Ablüftzeit liegt bei etwa 20 Minuten. (Bild: Ardex)

Es ist so viel Kleber aufzuziehen, dass drei bis vier Plankenreihen geklebt werden können. Die Ablüftzeit liegt bei etwa 20 Minuten. (Bild: Ardex)

Die Vinyl-Planken werden Stoß an Stoß in den Kleber eingelegt und angerieben. Es ist darauf zu achten, dass kein Kleber in die Fuge gerät. (Bild: Ardex)

Die Vinyl-Planken werden Stoß an Stoß in den Kleber eingelegt und angerieben. Es ist darauf zu achten, dass kein Kleber in die Fuge gerät. (Bild: Ardex)

Mit einer mehrteiligen Walze muss der Vinylboden etwa 40 Minuten nach der Verklebung sorgfältig angewalzt werden. (Bild: Ardex)

Mit einer mehrteiligen Walze muss der Vinylboden etwa 40 Minuten nach der Verklebung sorgfältig angewalzt werden. (Bild: Ardex)


Selbstklebend: Vinylboden noch einfacher verlegen

Wer die vollflächige Verlegung scheut, kann auf den selbstklebenden Vinylboden zurückgreifen. Bei einem selbstklebenden Vinylboden ist die Rückseite schon werkseitig  mit einem Klebstoff beschichtet, der bis zur Klebung durch eine Schutzfolie geschützt wird. Zur Verlegung wird die Folie abgezogen und die Vinyl-Planke auf den Boden geklebt. Wie beim vollflächig geklebten Vinylboden muss der Unterboden perfekt vorbereitet sein. Um die Klebung zu sichern, ist er zusätzlich mit einem Haftgrund oder Primer vorzubehandeln. Generell sollte bei geklebten Vinylböden ein Verlegeplan erstellt werden, um unschöne Anschnitte an den Rändern zu vermeiden. Soll der Vinylboden auf einer Fußbodenheizung liegen, so sollte die vor der Verlegung abgestellt und erst 24 Stunden später wieder langsam hochgefahren werden.

Autor:

Ulrich Wolf
Redaktion AUSBAUPRAXIS
 
Keyvisual und Teaserbild: Parador
 

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