Steinteppich wird mit einer Rakel glatt gestrichen.
Ein Steinteppich kann auch auf alten Fliesen aufgebracht werden. (Quelle: RENOfloor)

Boden

06. May 2020 | Teilen auf:

Teppich aus Stein

Nur wenige Bodenbeläge sind geeignet, problemlos auf einen festen Altbelag aufgebracht zu werden. Steinchenteppiche gehören dazu. Wir stellen sie vor.

Oft sind die Kundenwünsche mehr als anspruchsvoll: Der alte Fliesenbelag ist nicht mehr gewünscht, ein neuer soll her, aber bitte ohne zeit-, staub- und kostenaufwändiges Herausschlagen der keramischen Brüder. Für Sie als Auftragnehmer ein heikles Unterfangen, denn auf alten Fliesen sind maximal neue Fliesen ohne erwartbare Probleme zu verlegen. Weitere, vor allem schwimmend zu verlegende Beläge tragen enorm auf. 

Gerade auf alten Fliesenböden, aber grundsätzlich auch auf jedem anderen festen Belag, ist der Auftrag eines Stein- oder Steinchenteppichs eine gute und vor allem durchaus wohnliche Alternative. Kleine und kleinste Steine aus Marmor oder auch Quarzkiesel, vermischt mit einem flüssigen Bindemittel (meist Kunstharz) sind die Basis für den Bodenbelag, der eine feste Verbindung mit dem Unterboden eingeht. Einmal ausgehärtet bildet das Gemisch eine leicht strukturierte, harte und optisch ansprechende Oberfläche. Vorsicht bei den Aussagen zur Aushärtung: Begeh bar sind die meisten Produkte nach 24 Stunden, belast bar (etwa durch Möbel) in der Regel nach 72 Stunden, die chemische Aushärtung erfordert allerdings volle 7-8 Tage. Steinchenteppiche sind grundsätzlich auch für alle Arten von Fußbodenheizungen geeignet.

Aus dem Eimer oder als Matte

Die Schichtdicken liegen zwischen 6-12 mm, leichte Unebenheiten und Risse lassen sich mit der Steinchenmasse ausgleichen und überbrücken. Die meisten Hersteller bieten verschiedene Körnungen an, die von 2-4 mm bis 8-10 mm reichen, dementsprechend ergibt sich die Schichtdicke oft zwangsläufig. Zum jeweiligen System der verschiedenen Hersteller gehören grundsätzlich die Steinchenmischung, Harz und Härter sowie die passende Grundierung.

Eine Variante sind neben dem flüssig zu verarbeitenden Belag auch fertige Steinchenmatten, die es in verschiedenen Abmessungen gibt. Hauptunterschied ist, dass diese Matten keinen festen Verbund mit dem Boden eingehen, die Schichtdicke ist definiert, die Trocknungszeiten entfallen komplett. Letzteres ist ein großer Vorteil, wenn der Bauablaufplan eng getaktet ist oder die Hausherren nur kurz auf den Raum verzichten können. Vorkonfektioniert sind Matten etwa für Tritt- und Setzstufen von Treppen oder für Sockel.Wie bei fast bei allen Bodenbelägen gibt es auch bei den Steinchenteppichen eine Klickvariante. Die für den Außenbereich wie Balkone und Terrassen konzipierten Matten bieten ein integriertes Drainagesystem, um das Wasser sauber abzuleiten und Frostsicherheit herzustellen.

Apropos Wasser: Einige Hersteller bieten für ihre Flüssigprodukte einen sogenannten Porenspachtel an, der den Belag im Innenbereich wasserfest macht. Die Struktur verliert etwas an tiefe, gewinnt aber deutlich an Reinigungsfreundlichkeit.

Farben in unbegrenzter Menge

Farblich ist bei der Steinchenmischung nahezu alles möglich, für geübte Verarbeiter lassen sich auch je nach Kundenwunsch allerlei Intarsien zaubern. Die optische Wirkung der Beläge entsteht einerseits durch die Farbgebung der Steine, die Farbmischung und auch durch die gewählte Korngröße. Neben den Standardfarben und –mischungen bieten die Hersteller auch kundenspezifische Mischungen.

Weitere Informationen bietet zum Beispiel der Hersteller Renofloor .

Autor
Ulrich Wolf
Redaktion ausbaupraxis.de

Keyvisual und Teaserbild: Renofloor GmbH

zuletzt editiert am 01.06.2022