Vinylboden wird mit einem Cutter geschnitten.
Beim Verlegen von Vinylboden müssen einige Dinge beachtet werden. Wir erklären, worauf es ankommt. (Quelle: Tarkett)

Boden

06. May 2020 | Teilen auf:

Vinylboden verlegen: Ohne Schweiß kein Preis

Elastische Bodenbeläge erfreuen sich wachsender Beliebtheit. In unserer Anleitung erfahren Sie, wie das Verlegen von Vinylboden perfekt gelingt.

Das Kind hat viele Namen: Weil PVC nicht mehr so sympathisch klingt, werden die elastischen Beläge auch unter den Namen CV-(cushioned vinyl = geschäumtes Vinyl) Belag oder nur noch unter Vinylboden, Vinylbelag oder auch unter Designböden verkauft. Allen diesen Böden ist gemeinsam, dass sie hochbelastbar, elastisch, fußwarm und wasserdicht sind, was sie auch im privaten Bereich durchaus interessant macht.

Boden und Bodenbelag aus Vinyl brauchen liebevolle Vorbereitung

PVC- und CV-Beläge sind sogenannte thermoplastische Werkstoffe, was in der Praxis dazu führt, dass sie sich über kurz oder lang dem Untergrund in seinen Konturen und Unebenheiten komplett anpassen. Das gilt im Übrigen auch für Linoleum, das zwar nicht thermoplastisch, aber weich genug ist. Deshalb gebührt der Vorbereitung des Untergrundes beim Vinylboden verlegen höchste Aufmerksamkeit: Er muss absolut eben gespachtelt sein, danach geschliffen und dann penibelst mit einem Hochleistungssauger gereinigt werden. Da elastische Bodenbeläge nicht nur wasserdicht, sondern auch nahezu dampfdicht sind, sollten Sie den Unterboden vor der Verlegung zwingend auf Restfeuchte prüfen oder prüfen lassen. Andernfalls kann es nach der Verlegung zu Blasenbildung unterhalb des Belages kommen. Die Bodentemperatur bei der Verlegung muss mindestens 15 °C betragen.

Elastische Beläge, so auch Bodenbeläge aus Vinyl können nicht sofort im vorgesehenen Raum verlegt werden. Sie müssen auf eine bestimmte Art gelagert werden und sich akklimatisieren. Die Raumtemperatur sollte bei 18 °C bis 25 °C liegen, der Raum selbst muss natürlich trocken sein. Die Luftfeuchte liegt idealerweise im Bereich von 40 – 65 %. Die Bahnen müssen lose aufgerollt und stehend und nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt für mindestens 24 Stunden gelagert werden. Platten und Planken bleiben im eingeschweißten Karton und können bis zu acht Kartons hoch gestapelt werden. Beachten Sie, dass in Abhängigkeit von den Trocknungszeiten des Klebers die genannten raumklimatischen Bedingungen drei Tage vor Beginn, während und bis zu sieben Tage nach Fertigstellung der Arbeiten vorliegen sollten. Das gilt auch für direkte Sonneneinstrahlung, vor der der Belag für diese Zeit zu schützen ist.

Elastische Böden verlegen: Die Vorbereitung der Bodenbelagsbahnen

Das Hauptaugenmerk bei der Verlegung von mehreren Bahnen in einem Raum liegt auf der Naht dazwischen. Die muss vor Ort so exakt geschnitten werden, dass die beiden Bahnen nicht zu stramm aneinander stoßen, sondern einen Abstand von 0,5 mm (Visitenkartenstärke) aufweisen. Das verhindert Aufwölbungen bei höheren Raumtemperaturen und bietet genug Platz für die spätere Nahtversiegelung.

Elastischer Bodenbelag: So gelingt die Verklebung sicher

Bei der Klebung der Vinyl-/CV- oder auch Linoleumbahnen ist die Auftragsmenge des Klebers von entscheidender Bedeutung. Neben der Zahnungsgröße ist auch die Breite des Zahnspachtels wichtig, der sollte mit 18-21 cm nicht zu breit sein, um Klebstoffnester zu verhindern. Für die beiden möglichen Klebeverfahren Nasskleben und Haftkleben kommen in der Regel lösemittelfreien, sehr emissionsarmen Dispersionsklebstoffe (EMICODE EC1 oder EMICODE EC1Plus) zum Einsatz. Achtung: Beim Haftklebeverfahren ist eine Empfehlung des Herstellers für den jeweiligen Kleber unabdingbar. Üblicherweise wird das Nassklebeverfahren angewandt, es erfordert allerdings einen saugfähigen Untergrund. Der kann auf nicht saugfähigen Untergründen wie etwa alten Fliesenbelägen durch Abspachteln in einer Mindestschichtdicke von 3 mm ganz einfach hergestellt werden. Sollen Vinyl- oder Linoleumböden trotzdem auf nicht saugfähigen Untergründen geklebt werden, stehen hochleistungsfähige Reaktionsharzklebstoffe zur Verfügung. Bei allen Klebern ist wichtig, dass Sie sich an die erforderlichen Auftragsmenge und die empfohlenen Größen der TKB-Zahnleiste.

Das Verlegen von Vinylboden und von Linoleumbahnen ist bis auf kleine Details sehr ähnlich. Wir zeigen exemplarisch das Verlegen von Linoleumbahnen.

Elastische Böden verlegen: So werden die Belagsnähte dauerhaft dicht

Um die Nähte zwischen zwei elastischen Bahnen dauerhaft abzudichten, haben Sie zwei Möglichkeiten. Bei Linoleumböden kommt in der Regel das thermische Verfahren in Betracht.

Bei Vinylböden kommt hingegen das Kaltverschweißen zum Zuge. Beim sogenannten TYP A wird das organische Lösemittel Tetrahydrofuran in die Naht injiziert, was zu einem kurzzeitigen Anlösen der Vinylbeschichtung führt, die dann zu einem Ganzen verschmilzt und aushärtet. TYP A funktioniert nur bei dicht geschnittenen Nähten.

Daneben gibt es auch Kaltschweißmittel vom TYP T für Vinylbeläge mit Textilrücken und vom TYP C für Vinylbeläge mit bis zu 4 mm breiten Fugen.

Weitere Infos zum Verlegen von Vinylboden finden Sie unter www.mueller-pvc-naht.de.

Autor
Ulrich Wolf
Redaktion ausbaupraxis.de

Keyvisual und Teaserbild: Tarkett

zuletzt editiert am 03.06.2022