Wer eine Decke abhängen möchte, dem bietet sich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Lesen Sie hier, welche konstruktiven Methoden es gibt, welche sich für den Eigenbau eignen und welche Vor- und Nachteile sie mitbringen.
Energie sparen, einen Raum anders aufteilen, die Raumakustik oder den Trittschall- und Längsschallschutz verbessern, Leitungen verstecken, eine Heiz- oder Kühldecke einbauen: Für das Abhängen einer Decke kann es viele Gründe geben. Je nach Ziel kommt eine Deckenbekleidung oder eine Unterdecke infrage. Bei einer Deckenbekleidung wird eine Tragkonstruktion direkt an der vorhandenen massiven Decke fixiert. Bei Unterdecken hängt die Decke mit entsprechender Befestigung von der massiven (oder teilweise massiven) Konstruktion herab. Sie kann zusätzlich einen Verbund mit den Wänden eingehen oder einfach freischweben – zum Beispiel als raumfüllendes Akustiksegel.
Decke abhängen – Möglichkeiten und Grenzen
Wenn Sie eine Decke abhängen möchten, steht an erster Stelle die Frage nach der Sicherheit. Das Material, dass sie an der Decke befestigen, muss unter allen Umständen oben bleiben! Je nachdem, wie viel Gewicht Sie an die Decke bringen, stellen sich Fragen der Statik. Im Brandfall darf die Decke außerdem nicht nachgeben und sie sollte keine besondere Brandlast ins Gebäude bringen.
Ein sensibler Punkt bei Deckenbekleidungen und bei Unterdecken ist der Anschluss an die Wand. Auch wenn eine Deckenbekleidung fest mit der Massivdecke verbunden wird und die Decke nicht frei schwingt: Ein bisschen Bauteilbewegung gibt es immer! Kommen sich Wand und Decke „in die Quere“, entstehen mitunter Risse und andere Schäden. Wenn Sie eine Decke abhängen, planen Sie den Decke-Wandanschluss also absolut präzise!
So ist eine abgehängte Decke aufgebaut
Grundsätzlich bestehen abgehängte Decken im Innenausbau aus den folgenden Elementen:
- Verankerungselemente (z.B. Dübel, Verschraubungssysteme)
- Abhänger (bei Unterdecken)
- Unterkonstruktion (Metallprofile, Holzlattung und Verbindungen)
- Decklage (Gips- oder Mineralfaserplatten, Holz, Kunststoffelemente, Lochplatten etc.)
- Verbindungselemente (zwischen allen Bauteilen untereinander)

Deckenbekleidung – Konstruktionsarten
Bei klassischen Deckenbekleidungen verbinden Sie eine Lattung aus Holz (ggf. mit Konterlattung) oder Metallprofile direkt mit der Decke und bringen dann eine Deckschicht auf. Das funktioniert vor allem dann, wenn die Massivdecke sehr eben ist. Ein Nachteil dieser Konstruktionsart ist, dass hierbei möglicherweise Geräusche (Trittschall) verstärkt statt gemindert werden, weil die Bauteile nicht voneinander entkoppelt sind. Dann kann der Hohlraum als Resonanzraum wirken, ähnlich wie bei einem Musikinstrument. Abhilfe schaffen spezielle Entkopplungselemente und eine Dämmung des Innenraums. Bei starken Bauteilbewegungen kann es außerdem zu Rissen in der Decklage und anderen Schäden kommen, wenn die Bauteile nicht sauber entkoppelt sind.
Unterdecke – Konstruktionsarten und Vorteile
Eine Decke abhängen, aber richtig? Wenn die Höhe es erlaubt, bietet die Verwendung von Deckenabhängern handfeste Vorteile gegenüber direkt befestigten Lattungen oder Profilen: Unebenheiten in der Massivdecke lassen sich locker ausgleichen, Installationen auch größerer Art verschwinden mühelos, der Schallschutz von oben lässt sich geschickt erhöhen und es bieten sich einige gestalterische Möglichkeiten.
Bei dieser Art der abgehängten Decke kommen meist Systeme zum Einsatz. Teilweise bieten sie die Möglichkeit, die Deckelemente reversibel zu befestigen. So können Deckenelemente später ausgetauscht werden. Zudem bleiben unterliegende Installationen bleiben so zugänglich.
Die weitere konstruktive Möglichkeit, eine Decke abzuhängen bietet die sogenannte Spanndecke. Hierbei handelt es sich um ein zwischen den Wänden freitragendes System. Die Befestigung der tragenden Konstruktion befindet sich also an der Wand statt an der Decke. Die Decklage besteht bei Spanndecken meist aus einer Kunststofffolie. Spanndecken sind nur abhängig von der Raumgröße möglich. Je größer die Fläche, desto eher ist eine zusätzliche Abhängung nötig.
Decke abhängen: Offen oder geschlossen? Ganz oder teilweise?
In Wohngebäuden spielen in der Regel nur geschlossene Decken eine Rolle: Räume sind hier meist kleiner und das Sparen von Heizenergie steht im Vordergrund.
In Büros, Ateliers oder auch loftartigen Wohnräumen lassen sich mit offen oder teilweise abgehängten Decken tolle Effekte erzielen. Wird der unterliegende Massivbau nicht ganz verdeckt, gibt eine abgehängte Decke Räumen oft zusätzlich großzügigen Charme. Offene Decken – etwa in Form von Akustiksegeln – sorgen hier vor allem für eine bessere Raumakustik, aber auch für eine Rückstrahlung von Wärme nach unten. Ein Anwendungsfall für teilweise abgehängte Decken können auch Heiz-und Kühldecken sein. Zudem bringt ein partielles Absenken der Deckenhöhe Behaglichkeit in allzu offene Grundrisse. Offene Randstreifen bieten Raum für raffinierte Beleuchtungslösungen.
Decke abhängen: Wie viel Profi ist nötig?
Oft bleibt das Abhängen von Decken dem erfahrenen (und gesetzlich geregelten) Fachhandwerk vorbehalten. Schließlich sind die Risiken nicht gerade gering, wenn nicht klar ist, wie viel eine Massivdecke tatsächlich tragen kann, oder wenn ausreichender Brandschutz nicht ohne weiteres gewährleistet werden kann. Wer ohne entsprechende Vorbildung eine Decke abhängen möchte, sollte sich auf kleine Räume und leichte Varianten beschränken und im Zweifelsfall vorab die Statik berechnen lassen. Außerdem bietet es sich an, auf Komplettsysteme zu setzen, welche die Entkopplung von Bauteilen und die Tragfähigkeit innerhalb ihrer Komponenten sicherstellen. Und wenn es um die Raumakustik geht, reicht manchmal auch ein leichtes Deckensegel .
Quelle(n):
Karsten Tichelmann, Jochen Pfau: Trockenbauatlas, Köln, RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2014