Ein Raum im Innenausbau mit sichtbaren Metallständern
Oft bestehen Unterkonstruktionen für Wände und Decken aus metallenen Trockenbau-Profilen, die, unterschiedlich geformt, individuell miteinander verbunden werden. (Quelle: Olek Buzunov auf Unsplash)

Unterkonstruktionen 2026-04-14T09:57:02.088Z Trockenbau-Profile im Überblick

Welche Trockenbau-Profile gibt es? Welches Material eignet sich für welche Anwendung? Was sollte eine Unterkonstruktion leisten?  Was gibt’s Neues für „drunter“?

Im professionellen Trockenbau kommen nach wie vor meist Metall-Profile zum Einsatz. Alternativen bieten hölzerne Unterkonstruktionen und neuerdings auch innovative nachhaltige Werkstoffe.  

Metall-Trockenbau-Profile Übersicht: Diese Formen sind gängig

Metallprofile sind leicht, bestehen aus Alu oder Stahlblech, können je nach Einsatzgebiet beschichtet werden und bieten eine große Auswahl an Formen, auch für individuelle Wand- und Deckenkonstruktionen. Gebogene Varianten machen sogar „nahtlos“ gerundete Wände und Kuppeln möglich. Mit relativ geringen Blechstärken lassen sich Metallprofile leicht schneiden und weiterverarbeiten.

C-Ständerprofile für Wände (CW-Profile): Mit diesen Profilen lassen sich, vertikal aufgestellt, stabile Wände erstellen. U-Trockenbau-Profile bestehen aus einem U, das meist am Ende, also an der offenen Kante, abgeflacht ist, damit es schön stabil wird. Oft befinden sich Auslassungen im Stegbereich, damit Leitungen und Kabel hindurchgeführt werden können. U-Profile, die an Boden und Decke angebracht werden, nehmen, in der Größe genau abgestimmt die C-Profile auf.

Eine Zeichnung von zwei Stahlprofilen, einem U-Profil und einem C-Profil, in orange.
U-Profile sind u-förmig gebogen, C-Profile verfügen zusätzlich über gebogene Kanten. (Quelle: KI-generiert (Perplexity)/manuell angepasst)

U-Aussteifungsprofile (UA-Profile): Ebenfalls u-förmig, dienen diese Profile der Aussteifung der Konstruktion im Bereich von Wandöffnungen, Türzargen und Co.  Sie werden wie die CW-Profile in das UW-Profil eingestellt.

C-Profile für Decken (CD-Profile): Diese Profile sind ebenfalls an der offenen Kante umgebogen oder abgeknickt. Hier dienen Wölbung oder Knick zum Anbringen der Aufnahme des Deckenabhängers beim Einbau von abgehängten Decken. An der Massivwand angebracht, eignen sie sich als Ständer für Vorsatzschalen.

Anschlussprofile für Decken (UD- Profile): U-förmig, bezeichnet dieses Profil ein Element, das, horizontal an der Wand angebracht, CD-Profile aufnehmen kann, um eine Decke direkt an der Wand zu befestigen. 

Wandinneneckprofile (LWi) und Wandaußeneckprofile (LWa): Diese Profile sind rechtwinklig mit entweder nach außen (W-Form) oder nach innen gebogenen Kanten. Sie dienen der Ausbildung von Ecken beziehungsweise Wandabzweigungen.

Holz-Trockenbau-Profile: Schnell und günstig einfache Wände bauen

Während es bei Plattenwerkstoffen immer wieder Innovationen gibt, scheint der Markt rund um Profile und Systeme für Unterkonstruktionen relativ ruhig. Doch das stimmt nicht ganz. Auch „unter der Oberfläche“ tut sich etwas:

Das westfälische Unternehmen Soriwa leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit im Trockenbau: Profile aus recycelten Zellulosefasern versprechen eine einfache Verarbeitung, indem sie leicht geschnitten und sowohl geschraubt als auch geklammert werden können. Weitere Informationen bei Soriwa .

Rigips hat soeben ein Wandsystem vorgestellt, das für die flexible Wiederverwendung entwickelt wurde: Die Profile sind teleskopierbar und werden zwischen Boden und Decke gespannt. Ein Klettband dient der schraubenlosen Befestigung speziell auf das System abgestimmter Platten. Weitere Informationen bei Rigips .

Kein Baustoff ohne Klasse: Wann müssen es spezielle Profile sein?

Auch bei der Unterkonstruktion spielt die Beanspruchung eine Rolle. In besonders feuchten Räumen oder im beanspruchten Außenbereich sollten nur entsprechend beschichtete Trockenbau-Profile eingesetzt werden. Das gleiche gilt bei hohen chemischen Belastungen (zum Beispiel durch Tausalze, wie sie oft in Parkhäusern vorkommen). Baustoffklassen regeln auch hier, welche Profile für welche Beanspruchung zugelassen sind.

Für Bereiche, in denen Schallschutz eine große Rolle spielt, gibt es entsprechende Profile, deren wandseitige Stege über spezielle schallhemmende Beschichtungen beziehungsweise Profilierungen verfügen.

Und, wie immer: Bei allen Konstruktionen sollte vorab geprüft werden, welche Anforderungen an den Brandschutz bestehen.

Quellen: [1] Karsten Tichelmann, Jochen Pfau: Trockenbauatlas, Köln, RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG, 2014

Autorin:
Pauline John
Freie Redakteurin
Redaktion Ausbaupraxis

zuletzt editiert am 14. April 2026